Blogparade: Selbstorganisation

Ich werde mich heute zum ersten Mal an einer Blogparade beteiligen. Neu unterwegs im Blog-Universum ist mir hier erstmalig dieser Begriff über den Weg gelaufen. Eine schöne Idee, sich zu einem selbstgewählten Thema einer Blogparade seine Gedanken zu machen. Hier -> Katja Schönefeld: Blogparade „Selbstorganisation“ findet man die Informationen zur heutigen Blogparade. Doch fragen wir zuerst mal den Duden, was der zu „Selbstorganisation“ sagt:

Selbstorganistion, die | Wortart: Substantiv, feminin
spontane Entstehung, Bildung aus sich selbst heraus, ohne von außen wirkende Faktoren

So ganz kann ich dem Duden nicht zustimmen, dass die Selbstorganisation eine spontane Entscheidung ist. Folgt sie nicht eher (m)einem Muster, wie ich mich eben in der Vergangenheit organisiert habe? In der Regel mache ich mit den verschiedensten Medien gute und schlechte Erfahrungen und wende die guten und die, die sich bewährt haben, dann an. Also ist die Entscheidung, wie ich mich organisiere, eher sub-spontan. Sozusagen.

Wie organisierst du dich?

Ich bin ein sehr digitaler Mensch. Was sich manchmal vielleicht sogar ein bisschen am System ON (1) und OFF (0) anlehnt. In Fleisch und Blut würde ich sagen, manchmal sehe ich ein bisschen zu schwarz/weiß. Ich nehme alle digitalen Mittel zu Hilfe, die mir zur Verfügung stehen: den Google-Kalender, die Notizen-App, eine Foto-App als Erinnerungshilfe, die Kontakte-App, ich laufe mit der Run-App, schaue nach dem Wetter in der gleichnamigen App, ich verschicke Postkarten mit einer App und schaue mir Trailer von neuen Kinofilmen eben in jener App an. Mein Smartphone ist voll davon und da ich ja vor kurzem die Seiten gewechselt habe, hatte ich auch die Möglichkeit, wichtige von unwichtigen resp. genutzte von unnützen Apps zu unterscheiden und letztere auf dem neuen Handy gar nicht erst zu installieren.

So trage ich also zurzeit einen (noch) gut organisierten Selbstorganisationscomputer mit mir rum. Angst, ich würde mein Hirn nur noch in digitale Hände begeben, habe ich nicht. Dafür kann ich mir (leider) die unmöglichsten Namen von Künstlern, Bands, Songs, Schauspielern und dergleichen merken. Manchmal sogar die passenden Jahreszahlen dazu. Außerdem lese ich viel (Bücher und News in digital oder Zeitschriften und Tageszeitungen in analog), so dass ich das Gefühl habe, der Speicher wird immer wieder aufgefüllt und die grauen Zellen am Leben erhalten.

Nutzt du lieber Terminplaner oder Apps?

Definitiv und zu 100 Prozent nutze ich heute lieber die Kalender-App bzw. das Internet für meine Terminplanung. Obwohl ich den schönen, handlichen analogen Terminplaner ein bisschen vermisse, weil sich in ihm immer so schön blättern ließ und man sich an Ereignisse irgendwie schöner und inniger zurückerinnern konnte. Was sicher auch mit daran lag, dass ich zu eben jenen Ereignissen die passenden Fotos oder Zeitungsausschnitte mit einklebte.

Hasst oder liebst du To-do-Listen?

Hm. So grundsätzlich habe ich gar keine To-do-Listen. Es sei denn, Aufgaben und Erinnerungen zählen dazu. Was es für mich nicht tut. Also: ich führe keine To-do-Listen, bis auf meine Lebens-Bucket-List. Und die liebe ich. Weil ich hier schon einige Sachen abstreichen konnte. Okay, die Tortenschlacht steht noch aus, dafür ist der Punkt „ein Teil stricken“ abgehakt. (Gespeichert übrigens im Google Drive.)

Welche Programme sind ideal zum Selbstmanagement?

Nun, ich denke, hier muss Jede/r seine ganz persönlichen Vorlieben herausfinden. ‚Ideal‘ kann ja immer nur für den Einzelnen etwas bedeuten. Für MICH sind ideal

  • meine Kalender-App
  • meine Kontakte-App
  • mein Gmail-Konto als App

Und das alles ebenso und 1 : 1 auf dem Rechner.

Welche Hürden müssen sie im Alltag meistern (und schaffen es vielleicht nicht)?

Im Grunde muss ich immer dafür sorgen, dass ich den Akku lade und dass mir mein Selbstorganisationscomputer nicht aus Versehen irgendwo rein oder runterfällt. Dann stehen mir meine Lieblingsorganisations-Apps uneingeschränkt zur Verfügung. Bis jetzt hat mich noch keine von ihnen unverhofft und plötzlich verlassen.

Welchen Tipp hast du für andere?

Zuerst muss Jede/r für sich herausfinden, ob er den Hang zum digitalen oder zum  analogen System hat. Beim digitalen ist das Wichtigste wohl der angstfreie und unverkrampfte Umgang mit dem Digitalen an sich und die Bereitschaft, sich einem Computer anzuvertrauen. Smartphones & Co. sind für mich eine gute Erfindung, die jedoch nicht das „Leben da draußen“ vergessen lassen darf und es bei mir auch nicht tut! Wenn ich beschäftigt bin, ist mein Smartphone lautlos. Treffe ich mich mit Freunden, hat das Smartphone dabei nichts zu suchen, fahre ich in den Urlaub, würde ich (so ich eins hätte) das Firmenhandy aber sowas von zu Hause lassen. Ich nutze meinen kleinen Computer dafür, mir die Organisation im Alltag zu erleichtern, ich werde mich aber keinesfalls zur Geißel machen lassen.

Legst du möglicherweise gar keinen Wert auf Organisation, weil deine Kreativität sonst eingeschränkt würde.
Ich lege Wert auf Organsiation, weil ich den Hang zum Perfektionismus habe. Kreativ kann ich sein, wenn die Gedanken, Termine, Ereignisse in meinem digitalen Medium lagern und ich das Gefühl los bin, irgendetwas vergessen zu haben. Genug Spielraum für Spontanes bleibt da allemal. Zum Glück bin ich ja immer noch aus Fleisch und Blut.
Blogparade #1 - Selbstorganisation (2)
Advertisements

8 Kommentare zu „Blogparade: Selbstorganisation

  1. Huhu Dora,

    danke für deinen Beitrag zu unserer Blogparade! Ich finds so klasse, dass du trotz aller virtueller Affinität trotzdem sagst “Bei Treffen ist der Ton aus!”. Ich erleb es selbst oft, wie Smartphones und Tablets immer mehr Gespräche dominieren und finde es daher toll, dass es noch Menschen gibt, die Wert auf das Miteinander bei Treffen legen! ❤

    Liebe Grüße,
    Katja

    Gefällt 2 Personen

  2. Ich musste gleich zu Beginn des Beitrags laut lachen. Warum? Weil ich offenbar nicht der einzige Mensch bin, der bei solchen Themen gern grundsätzlich anfängt und erst einmal das Wörterbuch befragt. *g* Der Duden hat übrigens durchaus recht, aber bezieht sich auf einen anderen Kontext: Selbstorganisation, wie sie da definiert ist, bezeichnet vor Allem die Selbstorganisation in der Biologie, von Lebewesen: Die Entstehung von Leben ist tatsächlich spontan (in diesem Fall: „ohne erkennbaren äußeren Anlass heraus“), „Das System organisiert sich selbst“ statt „Ich organisiere meine Angelegenheiten“.
    Ich schweife ab … Ich bin auch ein großer Fan meines Smartphone-Kalenders, auf Papier kann ich die Dinger einfach nicht gebrauchen, die vergesse ich zu häufig. Ich habe einmal ein Jahr gehabt, an dem ich sechs Kalender verbraucht habe. Ich organisiere mich darüber hinaus aber vor Allem mit Zetteln und Listen. Als Gedankenstütze. Und weil es so befriedigend ist, Erledigtes zu streichen.

    Gefällt 1 Person

    1. Selbstorganisation in der Biologie? Oh. Aber da sieht man mal wieder, wie vielfältig das Betrachten von Dingen sein kann (sollte/muss). Und: Man lernt einfach nie aus! 🙂 „Das System organisiert sich selbst“ – Machen unsere Smartphones uns also doch irgendwann zu Geißeln!? 😀

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s