Der Tag musste ja kommen: Zumba

Lange, lange habe ich die Zumba-Welle ignoriert. Was mir insofern nicht schwer fiel, als dass mein Fitnessstudio diesen Kurs nicht angeboten hat. Bis letzte Woche.

Schon die Wochen zuvor las ich bei meinem Eintritt in die heiligen Muskel-Hallen, dass demnächst „ZUMBA HIER“ angeboten wird. Diverse Male ging ich am Zettel vorbei und habe ihn erfolgreich ignoriert. Da ich aber seit etwas längerer Zeit überlege, wieder mehr in den Kursbereich zu gehen als im Fitnessbereich die Muskeln zu schwingen, habe ich, risikofreudig wie ich bin, gestern zum ersten Mal in meinem Leben Zumba getestet. Und was soll ich sagen…

Es war Käse!

Allein der Anblick, wenn 15 bleichgesichtige, weil nordeuropäische Frauen, in den Spiegel blicken und ganz am Ende der einzige Farbtupfer im Raum eine Kubanerin ist, die in neonfarbenen Zumba-Klamotten steckt. Und man in diesem Moment denkt: Hier kannst du nur verlieren!
Als THE INSTRUCTOR dann die Musik startete, die uns sofort aus 1A-Blech-Lautsprechern entgegenmetterte, konnte ich, schockstarrengleich ob der unglaublichen Lautstärke, überhaupt nicht reagieren. Als es dann jedoch daran ging, sogleich Hüfte und Körper zu schwingen in Form von Schritten, die fatalerweise offenbar als naturgegeben vorausgesetzt wurden, war ich fast schon auf dem Weg zum Handtuch und meinem Spindschlüssel, um die heiligen Hallen möglichst schnell und möglichst unauffällig zu verlassen.

Ich bin ja fest davon überzeugt, dass gerade die Menschen in Ländern, in den Salsa & Co. getanzt wird, mit einem anderen Körpersystem auf die Welt kommen wie der gemeine Europäer. Hüfte locker kreisen? What?

Ich jedenfalls wollte kein Feigling sein und habe mich der Sache gestellt. Aber es war frustrierend. Durch jahrelange Erfahrungen in allen möglichen Aerobic-Bereichen kann ich durchaus von mir behaupten, nicht ganz begriffsstutzig zu sein, wenn es um das Umsetzen von dargebotenen (Tanz-)Schritten geht. Hier jedoch war eine harte Nuss zu knacken.

Was möglicherweise daran liegt, dass Zumba mit seinem Free-Style nicht zu meinen strukturierten Hirnwindungen passt, die, organisiert wie sie sind, doch eher eine klar vorgetragene und erarbeitete Choreografie erwarten.
Möglicherweise war aber einfach die Musik zu laut, die mich – natürlich durch und durch kubanisch – irendwann völlig kirre gemacht hat.
Möglicherweise war einfach der Teacher schlecht.
Möglicherweise aber auch ich.

Glücklicherweise hatte ich seinerzeit in ordentliche Triumph-Sport-Lingerie investiert, was ich von einigen der Mädels um mich herum nicht behaupten kann. Jedenfalls gabs teilweise ordentlich Wind von der Seite.

Erhobenen Hauptes habe ich die Stunde zu Ende gebracht, habe ordentlich geschwitzt und fand mich am Ende dann doch gar nicht mal so schlecht, ABER: Zumba und ich – wir werden keine Freunde.

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2 Kommentare zu „Der Tag musste ja kommen: Zumba

  1. „Allein der Anblick, wenn 15 bleichgesichtige, weil nordeuropäische Frauen, in den Spiegel blicken und ganz am Ende der einzige Farbtupfer im Raum eine Kubanerin ist, die in neonfarbenen Zumba-Klamotten steckt.“ – 😀 😀 Ich lach mich tot! Hart aber sowas von wahr! Und auch genau aus diesem Grund gehe ich nicht zu Zumba und ignoriere es – wie du – seit Jahren erfolgreich. Mal ganz abgesehen davon, dass ich absolut nicht tanzen kann, dann brauche ich mir Zumba schon gleich 3x nicht antun

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