Neulich am Tresen der Wonder Waffel

Da war ich letztens mit einer Freundin in einem der Einkaufszenten (unserer Stadt) und bummelte an einem lecker duftenden Laden der Wonder Waffel vorbei. Zugegeben konnten wir uns dem leckeren Duft nicht entziehen. Also klare Sache: Wir MUSSTEN eine Waffel haben!

Im Zeitalter der Baukastenspeisenzusammenstellung wird auch hier gepuzzelt. Das Prinzip ist einfach: Man stellt sich seine Waffel selbst zusammen. Prinzipiell mag ich diese Art der Gastronomie nicht so, denn für mich ist Essen gehen Entspannung und bei diesem Gebastel ist per se eine Unruhe im Raum. In diesem Fall was es jedoch okay, sich mal eben auf die Schnelle eine Waffel zusammenzubauen.

Für 4,90 Euro geht es los mit der – natürlich – Waffel, dann kommt die Soße, auf der die Früchte folgen. Zum Schluss gibt’s ein Topping in Form von z. B. Streuseln.

„Hallo. Ich möchte bitte eine Wonder Waffel!“

„!“

„Dazu hätte ich gern die Vollmilch-Schokoladensoße, die Erdbeeren und zum Schluss die Kokosstreusel.“

„Erdbeeren kosten 60 Cent extra.“

„Wieso?“

– Es schauen mich große leere Augen an, kombiniert mit einem Schulterzucken –

„Die kosten halt extra.“

„Auf der Tafel ist doch aber absolut nicht zu erkennen, dass Erdbeeren extra kosten. Zumal sie in der Liste praktischerweise ganz oben stehen!“

– Die großen Augen sind immer noch groß, hinzu kommt ein gelangweilter Ausdruck und: Schulterzucken –

(Hallo Dienstleistung, wo bist du?)

„Nun ja, wenn das so ist. Danke, aber mir ist die Waffel vergangen!“

Mir ist das mal wieder zu hoch. Ich bin doch bereit, 4,90 Euro für diese Waffel zu bezahlen. Aber ich habe etwas dagegen, wenn der „Dienstleistungs“bereich permanent versucht, mir auf Biegen und Brechen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Dagegen bin ich einfach allergisch. Dies noch extra, jenes noch extra und am Ende könnte ich mir fürs gleiche Geld direkt ein 5-Gänge-Menü leisten.

Das Schlimme oder eigentlich eher frustrierende daran ist, dass es im Grunde wirklich niemanden interessiert hat, ob ich dort eine Waffel gekauft habe oder nicht. Wo ist der gute alte Slogan „Der Kunde ist König“ und soll auch so behandelt werden?

Zum Glück gibt es die Möglichkeit, andere Länder dieses Planeten zu bereisen. Dann staunt man mal richtig und versteht in dem Moment zumindest ansatzweise, was Dienstleistung eigentlich bedeutet. Dumm nur, dass es danach immer wieder diesen Kulturschock in Deutschland gibt.

Und dabei prahlt die Wonder Waffel so schön mit Qualität & Co.:

„Oft kopiert, aber nie erreicht. Wonder Waffel ist das Original und das schmeckt man. Wir leben unser Produkt und stehen zu 100 % hinter Wonder Waffel. Das merkt sich unser Gast, kommt immer wieder und empfiehlt uns weiter. Qualität und Geschmack ist unsere beste Werbung.“

Toll! Nur doof, dass ich die „leckeren hausgemachten Saucen à la Mama“ noch nicht mal probieren konnte! Aber Prinzip ist Prinzip.

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5 Kommentare zu „Neulich am Tresen der Wonder Waffel

  1. sieht sehr lecker aus ! Aber mit deinem Beitrag hast du völlig recht ! Jede Zutat kostet mehr und das ärgert einen anstatt sie gleich einen höheren Preis ansetzen und alles ist all in , dann kann ich wenigstens sofort entscheiden ob ja oder nein !

    Gefällt 2 Personen

  2. Ich mag sie schon jetzt nicht.. diese Wonder Waffel.. das passiert einem leider immer öfter.. das man das Gefühl hat.. ist egal ob ich hier was kaufe oder nicht… einer von 80 Millionen.. vielleicht gibts bald auch noch n Hinweis auf :
    Kundenorientierung und freundliches Auftreten kosten extra.. 1€
    Gruss S.

    Gefällt 2 Personen

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